TL;DR: Securly steht wegen des Umgangs mit Schülerdaten in der Kritik. Mehr als 1.430 Eltern und Schüler haben eine Petition unterzeichnet, in der behauptet wird, dass das Unternehmen Daten ohne Erlaubnis sammelt und verkauft, was potenziell gegen Bundesgesetze verstößt. Obwohl wir bis Anfang 2026 noch keinen massiven Erfolg einer Sammelklage gesehen haben, ist der Gegenwind real. Viele Familien wechseln nun zu „Privacy-First“-Tools wie WhitelistVideo, die schlechte Inhalte blockieren, ohne jeden Schritt des Kindes zu überwachen.
Was ist Securly?
Securly ist ein großer Akteur im Bereich der Schultechnologie. Es wird derzeit von über 15.000 Schulen genutzt, um mehr als 10 Millionen Schüler zu beaufsichtigen. Auf dem Papier ist es ein Sicherheitstool, das für Folgendes entwickelt wurde:
- Herausfiltern der „schlechten“ Teile des Internets
- Verfolgen der Aktivitäten von Kindern in sozialen Medien und Browsern
- Einsatz von KI zur Identifizierung von Erwähnungen von Selbstverletzung oder Mobbing
- Verwaltung von schuleigenen Chromebooks
Die meisten Schulen installieren es, um die CIPA-Vorschriften (Children's Internet Protection Act) einzuhalten. Doch was als einfacher Webfilter begann, hat sich zu einem tiefgreifenden Überwachungssystem entwickelt, das fast alles protokolliert, was ein Schüler online tut.
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Über 10.000 Familien · KostenlosDie Datenschutz-Kontroverse: Was passiert ist
Die Petition (2021)
Die Spannungen kochten 2021 über, als eine Change.org-Petition mit dem Titel „Stoppt Securly davon, unsere Daten zu verkaufen!“ die Runde machte. Sie sammelte schließlich über 1.430 Unterschriften. Die Hauptbeschwerden waren:
- Securly erfasst weit mehr Daten, als ein einfacher Webfilter benötigt.
- Vorwürfe, dass Schülerdaten gewinnbringend verkauft werden.
- Mögliche Verstöße gegen FERPA und COPPA (die großen föderalen Datenschutzgesetze).
- Ein genereller Mangel an Transparenz – Eltern und Kinder merken oft nicht, wie viel getrackt wird.
Beschwerden von Schülern und Eltern
Wenn man in Foren oder in den Kommentaren zur Petition liest, ist die Meinung meist dieselbe:
- „Securly beobachtet mich auf meinem Schullaptop, selbst wenn ich zu Hause in meinem eigenen WLAN bin.“
- „Die Software macht Screenshots von meinem Bildschirm, ohne dass ich es weiß.“
- „Es fühlt sich an, als würde jemand meine privaten E-Mails und Schuldokumente lesen.“
- „Ich habe das Gefühl, rund um die Uhr beobachtet zu werden, sogar in meiner Freizeit.“
Bedenken von Datenschützern
Gruppen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) sind ebenfalls nicht glücklich. Sie argumentieren, dass dieses Maß an Überwachung mehr schadet als nützt. Sie haben darauf hingewiesen, dass Schulen oft gar nicht realisieren, wie viel Daten sie Securly freigegeben haben und dass diese Daten zum Training der KI-Modelle des Unternehmens verwendet werden.
Status der Sammelklage
Hier ist der Stand der Dinge (Stand Februar 2026):
- Es gab bisher keinen erfolgreichen, groß angelegten Vergleich in einer Sammelklage.
- Anwälte prüfen weiterhin individuelle Beschwerden in verschiedenen Bundesstaaten.
- Datenschutzgruppen suchen immer noch nach klaren FERPA-Verstößen.
- Einige Schulen haben Securly tatsächlich bereits aufgegeben, weil der PR-Schaden im Bereich Datenschutz zu groß war.
Welche Geräte nutzt Ihr Kind für YouTube?
Welche Daten sammelt Securly eigentlich?
Laut der Datenschutzrichtlinie von Securly
Securly geht im Kleingedruckten recht offen damit um, was es trackt. Es sammelt:
- Web-Surfen: Jede einzelne besuchte Website auf einem Schulgerät.
- Suchanfragen: Jede Suche bei Google oder Bing.
- E-Mail-Inhalte: Es scannt Gmail nach „bedenklicher“ Sprache.
- Google Drive: Es durchsucht Dokumente, Präsentationen und Tabellenkalkulationen.
- YouTube: Jedes angesehene Video und jeder abgegebene Kommentar.
- Soziale Medien: Aktivitäten auf Plattformen wie Instagram (sofern über das Gerät darauf zugegriffen wird).
- Screenshots: Es erfasst automatisch Bilder des Bildschirms, wenn die KI etwas markiert.
- Standort: Wo sich das Gerät physisch befindet.
Wie die Daten verwendet werden
Securly gibt an, dass diese Daten der Sicherheit dienen, nutzt sie aber auch für das KI-Training. Indem sie Millionen von Schüleraktionen in ihre Algorithmen einspeisen, „verbessern“ sie ihre Erkennungsmodelle. Sie teilen auch einige Daten mit Drittanbietern, bleiben jedoch vage darüber, wer diese Anbieter sind.
Datenspeicherung
Dies ist ein großer Streitpunkt. Die Richtlinie von Securly besagt, dass sie Daten „so lange wie nötig“ aufbewahren. Das ist Juristendeutsch für „eine lange Zeit“. Einige Browserprotokolle bleiben jahrelang im System, und markierte Screenshots werden möglicherweise nie gelöscht. Es ist oft unklar, was mit diesen Daten passiert, sobald ein Schüler seinen Abschluss macht.
Rechtlicher Rahmen: FERPA und COPPA
FERPA (Family Educational Rights and Privacy Act)
Dieses Gesetz soll Schulunterlagen schützen. Schulen können Daten mit Anbietern wie Securly unter einer Ausnahme für „Schulbeamte“ teilen, aber nur für „legitime Bildungszwecke“. Die große Frage ist: Ist das Training eines kommerziellen KI-Modells wirklich ein „legitimer Bildungszweck“?
COPPA (Children's Online Privacy Protection Act)
COPPA soll Kinder unter 13 Jahren schützen. Normalerweise benötigen Unternehmen die Zustimmung der Eltern, um Daten zu sammeln. Schulen können technisch gesehen diese Zustimmung für die Eltern geben, aber nur, wenn die Daten für Bildungszwecke verwendet werden. Kritiker argumentieren, dass die Überwachung privater Social-Media-Nachrichten eines Kindes nicht gerade in diese Definition passt.
Die rechtliche Grauzone
Securly operiert in einer Gesetzeslücke. Schulen unterzeichnen die Verträge, Eltern haben oft kein Mitspracherecht und die Überwachung folgt dem Schüler bis nach Hause. Da das Gerät der Schule gehört, sind die rechtlichen Schutzmaßnahmen für den Schüler viel schwächer, als sie es auf einem persönlichen Telefon wären.
Vergleich: Securly vs. datenschutzorientierte Alternativen
| Aspekt | Securly | WhitelistVideo |
|---|---|---|
| Hauptanwendungsfall | Schulweite Überwachung | YouTube-Kontrolle zu Hause |
| Gesammelte Daten | Surfen, E-Mails, Social Media, Standort, Screenshots | Nur Ihre Liste der genehmigten Kanäle |
| Wer hat Zugriff | Schulen, Securly, Drittanbieter | Nur Eltern |
| Datenspeicherung | Unbefristet / Vage | Nichts zu speichern |
| Ansatz | Alles beobachten + filtern | Alles blockieren, außer dem Erlaubten |
| Einfluss auf den Datenschutz | Hoch – Totalüberwachung | Niedrig – kein Aktivitäts-Tracking |
| KI-Training | Ja | Nein |
Warum Schulen trotz der Kritik Securly nutzen
CIPA-Konformität
Schulen benötigen Bundesmittel (E-Rate), und um diese zu erhalten, müssen sie nachweisen, dass sie das Internet filtern. Securly ist eine einfache Lösung für Administratoren, um hier ein Häkchen zu setzen.
Das Chromebook-Problem
Da Google Chromebooks in den Klassenzimmern dominieren, benötigen Schulen Tools, die gut mit Google funktionieren. Securly wurde speziell für dieses Ökosystem entwickelt, was es für IT-Mitarbeiter unglaublich einfach macht, einen Schalter umzulegen und Tausende von Kindern gleichzeitig zu überwachen.
Haftung und Sicherheit
Kein Schulleiter möchte in den Nachrichten erscheinen, weil ein Schüler sich selbst verletzt hat und „die Schule es hätte wissen müssen“. Der Druck, Tragödien zu verhindern, ist immens. Securly verkauft die Idee eines Sicherheitsnetzes – eine KI, die Warnsignale erkennt, bevor sie zu Taten werden. Für viele Schulen ist diese wahrgenommene Sicherheit den Datenschutz-Kompromiss wert.
Das Schülererlebnis: Wie es sich anfühlt
Erfahrungsberichte von Schülern
„Ich bin ständig paranoid wegen dem, was ich suche. Sogar am Wochenende schaut Securly zu. Es gibt mir das Gefühl, ein Krimineller zu sein, nur weil ich online bin.“
„Securly hat meine Recherche zur LGBTQ+-Geschichte für ein Projekt blockiert. Es wurde als ‚sexueller Inhalt‘ markiert, obwohl es für den Unterricht war. Ich musste meinem Lehrer erklären, warum ich meine Arbeit nicht machen konnte.“
Der Abschreckungseffekt (Chilling Effect)
Wenn Kinder wissen, dass sie beobachtet werden, ändern sie ihr Verhalten. Sie hören auf, nach Hilfe bei psychischen Problemen zu suchen. Sie hören auf, sensible politische oder soziale Themen zu recherchieren. Sie verlieren das Vertrauen in die Schule. Ironischerweise macht sie das oft *weniger* sicher, da sie ihr „riskantes“ Verhalten auf nicht überwachte persönliche Geräte verlagern, wo ihnen niemand helfen kann, wenn etwas schiefgeht.
Was Eltern tun können
Wenn die Schule Ihres Kindes Securly nutzt
- Fakten sammeln: Fragen Sie die Schule nach einer Liste dessen, was Securly genau trackt.
- Nach Opt-outs suchen: Einige Bezirke haben eine „stille“ Opt-out-Richtlinie, wenn man hartnäckig genug bleibt.
- Schularbeit auf Schulgeräten belassen: Lassen Sie Ihr Kind das Schul-Chromebook nicht für private Dinge nutzen. Verwenden Sie ein separates Tablet oder einen Computer für das Privatleben.
- Mit Ihrem Kind sprechen: Stellen Sie sicher, dass es weiß, dass die Schule zusieht, damit es nicht von einer markierten Suche überrascht wird.
Für Heimgeräte: Wählen Sie Privacy-First-Tools
Zu Hause müssen Sie kein Spion sein. Sie können Tools verwenden, die Grenzen setzen, ohne jeden Klick zu protokollieren:
- WhitelistVideo: Ideal für YouTube. Es lässt sie nur Kanäle sehen, die Sie genehmigt haben, sodass Sie ihren Verlauf nicht überwachen müssen.
- DNS-Filterung: Blockiert schlechte Kategorien (wie Pornos oder Glücksspiel) auf Router-Ebene, ohne einzelne Websites zu tracken.
- Native Kontrollen: Apple Screen Time und Google Family Link sind integriert und im Allgemeinen weniger invasiv als Spyware von Drittanbietern.
Die breitere Debatte: Schülerüberwachung
Das Argument für die Überwachung dreht sich fast immer um Sicherheit – die Vermeidung von Suizid und Mobbing. Das Argument dagegen dreht sich um Bürgerrechte. Untersuchungen zeigen, dass KI-Warnungen eine massive Fehlerquote (oft 80 % oder höher) haben, was bedeutet, dass Berater ihre Zeit damit verbringen, „Gespenstern“ nachzujagen, während die Schüler sich zunehmend misstraut fühlen. Es gibt auch Belege dafür, dass diese Algorithmen Schüler of Color und LGBTQ+-Kinder häufiger markieren, was zu unfairen Disziplinarmaßnahmen führt.
Die Reaktion von Securly
Securly behauptet weiterhin, dass sie alle Gesetze einhalten und keine Daten im traditionellen Sinne an Werbetreibende „verkaufen“. Sie haben ihre Datenschutzrichtlinie aktualisiert, um etwas klarer zu sein, und ein Elternportal hinzugefügt, damit Familien sehen können, was die Schule sieht. Kritiker sagen jedoch, dass dies nur Pflaster auf einem System sind, das grundlegend auf Überwachung basiert.
Schulen, die Securly abgeschafft haben
Es sind nicht nur Eltern, die sich beschweren – ganze Schulbezirke kehren Securly den Rücken. Die Portland Public Schools haben Securly 2022 nach einer Welle von Beschwerden abgeschafft. Minneapolis tat dasselbe nach einer Datenschutzprüfung. Diese Schulen kehren zur einfachen Filterung zurück und investieren mehr Ressourcen in menschliche Berater statt in Algorithmen.
Warum WhitelistVideo einen anderen Weg geht
Wir glauben nicht, dass man ein Kind überwachen muss, um es zu schützen. WhitelistVideo basiert auf einer anderen Philosophie:
- Kein Tracking: Uns interessiert nicht, was Ihr Kind schaut; wir stellen nur sicher, dass es nur das sehen kann, was Sie erlaubt haben.
- Kein Datamining: Wir verkaufen keine Daten und verwenden sie nicht zum Training von KI.
- Prävention vor Überwachung: Wenn Sie nur „National Geographic“ und „Blippi“ erlauben, müssen Sie nicht auf „schlechte“ Videos überwachen – diese können erst gar nicht geladen werden.
Fazit: Datenschutz ist ein Recht
Die Securly-Kontroverse ist ein Weckruf. Wir müssen uns fragen, ob wir mit einem „Sicherheit um jeden Preis“-Ansatz für das digitale Leben unserer Kinder einverstanden sind. Schutz muss nicht Überwachung bedeuten. Indem wir Tools wählen, die die Privatsphäre respektieren, können wir unsere Kinder schützen und sie trotzdem aufwachsen lassen, ohne dass ihnen überall ein digitaler Schatten folgt.
Schützen Sie Ihre Kinder, ohne ein Spion zu sein
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YouTube-Schutz mit Fokus auf Datenschutz
WhitelistVideo überwacht weder das Surfen noch sammelt es Nutzerdaten. Einfach Kanäle genehmigen und loslegen.
Häufig gestellte Fragen
Securly sieht sich Vorwürfen gegenüber, Schülerdaten ohne ordnungsgemäße Zustimmung gesammelt und verkauft zu haben, was gegen FERPA (Family Educational Rights and Privacy Act) und COPPA (Children's Online Privacy Protection Act) verstoßen könnte. Über 1.430 Eltern und Schüler haben eine Petition unterzeichnet, in der sie Securly auffordern, die Datenerhebung einzustellen. Während bis Anfang 2026 noch keine größere Sammelklage (Class Action) erfolgreich abgeschlossen wurde, äußern Datenschutzbeauftragte weiterhin Bedenken hinsichtlich der Datenpraktiken des Unternehmens.
Gemäß ihrer Datenschutzrichtlinie und unabhängigen Prüfungen sammelt Securly: Browserverlauf, Suchanfragen, App-Nutzung, Social-Media-Aktivitäten, E-Mails, Google Drive-Dateien, YouTube-Aktivitäten, Screenshots von markierten Inhalten, Standortdaten der Schüler (in bestimmten Konfigurationen) und Tastenanschlagmuster. Viele dieser Daten werden auf den Servern von Securly gespeichert und für das Training von KI-Modellen verwendet.
Dies hängt von den Richtlinien Ihres Schulbezirks ab. Securly wird in der Regel von Schulen auf schuleigenen Geräten installiert, und viele Bezirke bieten keine Opt-out-Optionen an, da die Überwachung Teil ihres Sicherheitsprogramms für Schüler ist. Securly funktioniert jedoch nur auf Schulgeräten – die persönlichen Geräte Ihres Kindes zu Hause werden nicht überwacht, es sei denn, Sie installieren es dort separat.
Für den Heimgebrauch gehören zu den datenschutzorientierten Alternativen WhitelistVideo (nur YouTube, keine Datenerhebung über die Kanalfreigaben hinaus), DNS-Filterung (blockiert Kategorien ohne Protokollierung einzelner Websites) und geräteeigene Kindersicherungen (Apple Screen Time, Google Family Link). Diese Tools steuern den Zugriff ohne umfassende Aktivitätsüberwachung oder Datensammlung.
Published: December 15, 2025 • Last Updated: May 22, 2026

About Dr. David Park
Experte für Datenschutzrecht
Dr. David Park is a legal scholar specializing in children's digital privacy and platform accountability. He holds a J.D. from Harvard Law School and a Ph.D. in Information Science from UC Berkeley. Dr. Park served as senior policy counsel at the Electronic Frontier Foundation for five years, leading initiatives on COPPA enforcement. He currently holds a faculty position at Georgetown Law Center, directing the Institute for Technology Law & Policy's Children's Privacy Project. His scholarship has been published in the Stanford Technology Law Review and Yale Journal of Law & Technology. He is a guest contributor at WhitelistVideo.
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